Das neue Twitter Interface - Ein Testbericht
Publiziert am 17. September 2010
Heute wurde mir die große Ehre zuteil, einer der Wenigen zu sein, die recht früh auf das neue Twitter Interface umsteigen durften. Meine ersten Erfahrungen mit dem neuen Design der Twitter-Seite möchte ich hier mal dokumentieren.
Mit dem Hashtag #newTwitter wirbt der Micro-Blogging-Dienst seit dem 14. September mit dem Relaunch des Webinterface von Twitter, das in seiner jetzigen Form (wenn auch mit kleinen Verbesserungen) schon seit dem Launch des Dienstes selbst besteht. Seitdem hat sich viel getan in der Twittersphere und ein Neudesign war somit längst überfällig.
Nun ist es soweit und innerhalb von "einigen Wochen" (so der offzielle Account @twitter) soll die Seite für alle Nutzer verfügbar sein. Mittels Linkleiste auf "#oldTwitter" wurde mir das Angebot gemacht, nun auf das neue Design der Page zu wechseln und, weil das Promo-Video bereits vielversprechend aussah, sagte ich natürlich nicht nein.
Was mich erwartete ist bereits oben abgebildet. Das neue zweispaltige Design der Twitterseite wirkt moderner und ist natürlich wie gewohnt in die vom User gewählten Farben getaucht und dem eigenen Hintergrund versehen. Grundsätzlich hat sich an der Abbildung der Timeline auf der linken Seite nicht viel geändert, auch der Refresh läuft weiterhin über den Klick auf "X neue Tweets". Völlig neugestaltet wurde hingegen die rechte Seitenleiste, die – im alten Twitter noch sehr schmal – nun deutlich mehr Platz einnimmt und beim Twittern auch wesentlich mehr genutzt wird.
Jeder Tweet ist nämlich mit einem kleinen Pfeil versehen. Klickt man Pfeil oder Tweet an, öffnet sich der Tweet wundervoll als Slider animiert in die Seitenleiste und zeigt ihn in Einzelansicht:
Besonders sinnvoll dabei ist, dass auch die drei letzten Tweets des jeweiligen Verfassers angezeigt werden. Gerät der Tweet also nur durch einen Retweet in die eigene Timeline, lässt sich schnell ein kleiner Überblick über den Twitterer gewinnen und ein Following lässt sich schnell in Erwägung ziehen.
Bei Tweets die als Reply auf einen anderen verfasst wurden erscheint statt der Einzelansicht des Tweet eine kleine Konversationsansicht, die auch den Ursprungstweet zum Reply offenlegt:
Weiterhin werden aber auch die eben bereits erwähnten drei Tweets angezeigt, dies ist unter jedem Tweet der Fall.
Nicht nur die Nutzung einfacher Texttweets hat sich deutlich verbessert und gestaltet sich wesentlich handlicher als zuvor. Auch Tweets die weiterführendes Content enthalten können besser genutzt werden. Mit dem neuen Twitter-Interface wird nun die Inline-Darstellung von externen Inhalten unterstützt. Dazu gehören z.B. Twitpics, Youtube oder Vimeo Videos und Geotags:


Was während der Nutzung des neuen Twitter auffällt ist die ungeheure Geschwindigkeit. Es gibt kaum Ladezeiten, selbst wenn man zwischen einzelnen Funktionen, wie der Timeline und den Direkt Nachrichten wechselt. Alle Animationen laufen flüssig ab und erwecken so das Gefühl eines richtigen nativen Clients.
Direkt Nachrichten sind übrigens auch besonders gelungen. Fast in Echtzeit fliegen die Antworten ein und das schlichte Interface spricht für sich selbst:
Das neue Twitter Interface ist also eine großer Schritt nach vorne. Viele Funktionen die native Clients bisher dem #oldTwitter voraus hatten, sind nun in die Webseite integriert worden und machen es angenehmer, von dort aus zu Twittern. Auch die Profilansicht, die es nun in zwei Formen (in der rechten Seitenleiste eingebettet und vollständig auf beide Seiten verteilt) gibt, überzeugt und bietet mehr Komfort beim "Stalken" einzelner Twitterer:

Soweit so gut. Doch es bleibt eine Frage: Gibt es auch negative erwähnenswerte Dinge an #newTwitter?
Jein. Leider ist momentan noch kein URL-Shortening direkt auf der Twitter Seite möglich, etwas das beim täglichen Getwitter essentiell ist und nicht fehlen darf. Ebenso vermisst ist eine Möglichkeit, schnell Bilder auf Twitpic hochzuladen. Momentan muss für Twitpics entweder ein Umweg über die eigene Page oder einen Client unternommen werden. Ich bin jedoch sicher, dass diese Funktionen zu späterem Zeitpunkt noch dazu stoßen. Gerade Twitters eigener URL-Shortener t.co wird bestimmt bald integriert werden und ermöglicht dann das kürzen von URLs mit Überlänge, direkt aus dem Web.
FAZIT
Auch das Fehlen des URL-Shorteners und Twitpic-Uploads, die momentan noch den Unterschied zu einem vollwertigen nativen Client darstellen, tun der Usability des neuen Twitter Interface keinen Abbruch. Es macht nun endlich auch Spaß Twitter im Web zu verwenden, was besonders hilfreich ist, wenn man gerade nicht mit den eigenen Gerätschaften twittern kann. Für diese steht ja in der Regel ein nativer Client der Wahl zur Verfügung, denn obwohl Twitter seine Seite einen großen Schritt nach vorn brachte, kommt die Ausstattung und Einfachheit noch keinem nativen Twitter-Client, wie z.B. Echofon am Mac oder TweetDeck, nahe.
