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Echo Smartpen, Teil 3 – Der Alltag

Publiziert am 30. March 2012

Seit dem Eröffnungsartikel sind mittlerweile vier Wochen vergangen und nach dem Zwischenbericht kehrt mit dem Livescribe Echo Smartpen so langsam Gewohnheit ein. Während der Benutzung in der Vorlesung denke ich kaum noch darüber nach, dass der Stift alles aufzeichnet, was gesagt und geschrieben wird und so findet sich mittlerweile sicher auch die ein oder andere Plauderei auf den Aufnahmen. Insgesamt bin ich sehr zufrieden mit meinem neuen Schreibgerät und ich bereue die Investition im Hinblick auf den vielen Lernstoff nicht.

Das tägliche Pattern

Normalität kehrt ein und damit verbunden eine gewisse Routine beim Umgang mit dem Smartpen. Allabendlich steht das Synchronisieren des Stiftes an. Das muss zwar nicht täglich passieren; man behält so aber leichter den Überblick über die neuen Seiten und der Vorgang dauert nicht ganz so lange. Trotzdem nimmt die Synchronisation mitunter etwas Zeit in Anspruch, da zum einen die Audio-Aufzeichnungen auf den Rechner kopiert werden und zum anderen das Geschriebene auch für das schnelle Durchsuchen indiziert wird. Dieser Vorgang bringt auch einen aktuellen Intel i7 an seine Grenzen, den Lüfter des MacBooks auf Touren und dauert im Schnitt fünf bis zehn Minuten. Danach sind alle Seiten innerhalb des Livescribe Desktop anzusehen.

Zur einfachen Organisation habe ich mir für jeden Studienkurs ein benutzerdefiniertes Notizbuch angelegt. So kann ich während der Vorlesung im Papierblock einfach chronologisch mitschreiben, doch am Rechner lassen sich auch die virtuellen Seiten in diese symbolischen Mappen heften. Ich bin nicht an die durchnummerierte Reihenfolge der Blockseiten gebunden und kann beliebig hin und her verschieben. So lassen sich auch nach Wochen vom Kommilitonen abgeschriebene Notizen mitten in den Stoff sortieren. Und das dauert auch nicht lang; die Seiten lassen sich in Gruppen markieren und dann per Drag&Drop in die Notizbücher legen. Falls aus Versehen Vorlesungen markiert wurden, die bereits im Notizbuch enthalten sind, fragt der Livescribe Desktop nach, ob die Duplikate wirklich erzeugt, oder nur neue Seiten hinzugefügt werden sollen. Alles eine sehr praktische, ordentliche und schnell zu erledigende Angelegenheit.

Verordneter Schreibstopp

Was den „Workflow“ jedoch während der Aufzeichnung erst kürzlich sehr störte und mich beinahe aus der Sitzbank gehauen hat, trat nach etwa 80 Seiten Schreibarbeit ein: Die erste Kugelschreibermine, die sich bei der Auslieferung im Stift befand ist von jetzt auf gleich leer. Erst glaube ich natürlich an eine Art „Tintenstau“ doch auch nach zahlreichen Versuchen weiter zu schreiben bleibt das Blatt (zumindest analog) weiß. Das ist sicher ein großes Manko, das nicht zuletzt von der Größe der Mienen abhängt. Diese sind nicht besonders lang; etwa halb so lang wie die eines herkömmlichen Werbekugelschreibers. Geht man also davon aus, dass ich etwa alle 80 Seiten eine neue Miene benötige erhöht dies erneut die Kosten für die Benutzung des Smartpen und bringt ein wenig Ärger mit: Ich hatte die Ersatzmine nämlich nicht dabei und war somit gezwungen, den Rest der Vorlesungen des Tages mit Bleistift mitzuschreiben, um sie dann zu Hause mit dem Smartpen und neuer Mine nochmals nachzuvollziehen.

Eine Verbrauchsschätzung

Schon jetzt zeichnet sich ein kleines Verbrauchspattern ab, denn nach den ersten vier Wochen ist auch ziemlich genau ein Viertel des Semesters vorbei. Ich benötige pro Monat etwas mehr als einen halben Block, großzügig kalkuliert ergibt sich also ein Verbrauch von zwei Blöcken pro Semester. Hinzu kommt pro Monat auch eine Mine, also vier Minen pro Semester. Das macht bei einem Block-Preis von 5€ und einem Minenpreis von etwa 2€ einen Gesamtaufwand von 18€ pro Semester. Mit normalen Kuli und College-Block wäre ich wahrscheinlich mit insgesamt 5€ hingekommen. Nichtsdestotrotz ist ein Mehraufwand von 9€ im halben Jahr durchaus zu verkraften.

Fazit

Ich stelle nach nunmehr vier Wochen fest, dass ich die Anschaffung des Echo Smartpen nicht bereue. Das schreiben macht Spaß, geht leicht von der Hand und mein Wunsch nach Vollständigkeit der Vorlesungsmitschriften besiegt auch den inneren Schweinehund und ich gehe nun viel öfter zur Vorlesung als im letzten Semester. Zwar kann ich noch wenig dazu sagen, ob der Smartpen letztlich auch Auswirkung auf das Lernverhalten hat – schließlich stehen erst in drei Monaten wieder Prüfungen an – doch ich glaube, dass das in der Klausurenphase deutlich leichter von der Hand gehen wird als bisher. Schließlich habe ich bis dahin eine große Sammlung an verschlagworteten Audio-Aufzeichnungen vorliegen, mit denen sich der ganze Stoff schnell mal wiederholen lässt.

Natürlich werde ich auch weiterhin berichten, wie es mit dem Stift weiter geht. Was auf jeden Fall noch auf dem Plan steht ist der Test einer alternativen Mikrofonierung. Da der Smartpen mittels 5(!)-poligem 3,5mm Klinkenanschluss auch um ein Headset und ein externes Stereomikrofon erweitert werden kann, lässt sich auf diesem Wege sicher auch die Aufnahmequalität und Sprachverständlichkeit etwas steigern. Ihr dürft also ein wenig gespannt sein.

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