Das Ende des optischen Laufwerks?

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Vor einigen Tagen hat Apple den Mac mini ein wenig aufgefrischt. Er bekam neue Prozessoren und einen Thunderbolt-Port. Doch wurde bei der Aktualisierung auch das optische Laufwerk entfernt. Ein gewagter Schritt, könnte man meinen. Doch brauchen wir überhaupt noch ein DVD-Laufwerk?

Für viele Jahre war es selbstverständlich, dass jeder Rechner am Markt ein optisches Laufwerk hat. Es war so problemlos möglich alle Daten des täglichen und auch nichttäglichen Gebrauchs auf CDs oder DVDs auszuliefern – Bilder, Filme, Software, Musik; alles bekommt man auf kleinen Silberscheiben. Seit einiger Zeit kämpft Apple allerdings gegen diesen Status Quo. Das fällt zunächst nicht besonders auf, weil ein so radikaler Schritt, wie das Weglassen der bloßen Möglichkeit zum Abspielen von CDs, bis jetzt noch nicht vollzogen wurde. Doch die Vorbereitungen dafür trifft Apple im Grunde schon seit 2003, seit der Eröffnung des iTunes Store.

2010, also sieben Jahre nach der Eröffnung, gab Apple bekannt, dass 10 Milliarden Musikstücke heruntergeladen wurden. Der iTunes Store ist der größte Musikhandel der Welt, es wird also weit mehr Musik online gekauft und heruntergeladen als auf CDs verkauft und das merke auch ich als Musikliebhaber an meinem eigenen Kaufverhalten. Zwar neige ich mittlerweile wieder dazu CDs zu kaufen und in iTunes zu rippen, um mir der besseren und nicht komprimierten Klangqualität sicher sein zu können. Doch in den letzten Jahren habe ich selbst mehrere hundert Euro im iTunes Store ausgegeben und wenn ich gerne schnell ein Album haben möchte, kaufe ich es nicht im MediaMarkt oder bei Amazon, sondern bei Apple. Gerade heute liegt so zum Beispiel mein letzter CD-Kauf bereits einige Wochen zurück – der letzte Download aus dem iTunes Store nur zwei Tage. Es ist einfach angenehm einen einzigen Button zu drücken und dann die Musik genießen zu können.

Seit 2005 bietet Apple auch Fernsehserien, und seit 2006 auch Spielfilme im iTunes Store an. Das zunächst kleine Angebot wurde stetig größer und bald auch auf den deutschen Markt erweitert. Ab 2009 lassen sich Filme dann auch für kleines Geld ausleihen und sind in 720p High-Definition verfügbar. Man muss nun also auch keine DVDs mehr erwerben, sondern kauft stattdessen die digitale Kopie des gewünschten Streifens im iTunes Store. Für Enthusiasten ist dies sicher – wie bei den Musik-CDs – auch nichts, weil die Qualität deutlich unter der einer Blu-Ray liegt. Doch mit der Blu-Ray ist man bei Apple sowieso falsch – der konsequente Verzicht auf Blu-Ray Datenträger basiert auf dem gleichen Kalkül wie es nun beim Verzicht auf das optische Laufwerk an sich der Fall ist.

Was deutlich wird: Bei Apple versucht man alle Anwendungsgebiete von optischen Datenträgern über andere Medien abzuwickeln. Jüngst hat Apple einen weiteren Nutzbereich von CDs „in die Cloud“ verlegt. Zwar ist es schon seit Ewigkeiten möglich Software im Internet zu erwerben. Doch mit dem Mac App Store baut Apple ein einheitliches Geschäft, in dem der Nutzer bequem kleine wie auch große Programme kaufen kann. Und am eigenen Angebot macht Apple deutlich wie das aussehen kann: Programme wie zum Beispiel Aperture oder Final Cut Pro werden mit einem deutlichen Rabatt gegenüber der CD im Karton angeboten und die Wahl des digitalen Verkaufs liegt dadurch näher denn je. Den größten Coup machte Apple vor einigen Tagen mit OS X Lion, das nur noch über den Mac App Store vertrieben werden soll. Es ist also selbst für Betriebssystem-Upgrades nicht mehr nötig eine DVD ins Laufwerk zu schieben.

Nimmt man Musik, Film und Software zusammen sind bereits die größten Einsatzgebiete von CDs und DVDs abgedeckt und erfolgreich ausgelagert. Die Anschaffungen lassen sich äußerst bequem über eine Internetverbindung abwickeln und es ist nicht mehr nötig optische Medien zum Transport der Daten zu verwenden. Bei entsprechend guter Leitung ist dies auch vollkommen schmerzfrei und selbst bei großen Programmen wie z.B. Lion sind stundenlange Downloads wohl ertragbar – das macht man schließlich nur ein Mal.

Was bleibt ist der persönliche Gebrauch von optischen Medien zum Datentransport, der aber ebenfalls immer weiter an Relevanz verliert. Früher war es für mich üblich Daten auf CDs zu brennen, um sie an Freunde zu geben. Auch Backups z.B. meiner iTunes Musiksammlung habe ich auf DVDs gebrannt (die bauartbedingt aber wohl anfälliger für den Datenverlust waren als die eigentliche Sammlung auf der Festplatte). Den häufigsten Einsatz hatten selbstgebrannte CDs wohl im Autoradio, das damals immerhin einen CD-Spieler hatte für den so manche Mix-CD erstellt wurde.

Heute transportiere ich die meisten Daten per USB-Stick. Das geht schnell und unkompliziert und bietet zudem deutlich mehr Platz. Mein USB-Stick besitzt 8GB Speicher und somit fast doppelt so viel wie eine Singlelayer-DVD. Auch das Autoradio hat mittlerweile einen USB-Anschluss, der sich oft sogar auch mit einem iPod versteht, was das zusätzliche Kopieren von Musik auf einen Stick auch noch überflüssig macht. Es müssen sich also keine CDs mehr im Handschuhfach stapeln, wohlmöglich auch noch ohne Hülle oder gar Beschriftung. Die CDs können zudem in der Regel nicht wieder verwendet werden, es sei denn sie sind wiederbeschreibbar. Doch selbst dann hat sie eine sehr beschränkte Lebensdauer und ist höchstens 1000 Mal löschbar – wenn sie die Zeit überhaupt ohne große Kratzer übersteht.

Die hohe Anfälligkeit für physische Schäden sind ein weiteres Manko von optischen Medien. Sie müssen ständig mit besonderer Vorsicht behandelt und in einer Hülle transportiert werden, um die Daten zu schützen. Schon ein etwas tieferer Kratzer kann diese unwiederbringlich ins Nirvana schicken. Ein USB-Medium ist da wesentlich robuster, lässt sich leicht am Schlüsselbund in der Hosentasche tragen und behält die Daten dank Flash-Speicher für alle Ewigkeiten.

Ganz rational betrachtet sind optische Medien somit am Ende ihres Nutzens. Sie sind unpraktisch, unhandlich und längst durch andere Technologien obsolet geworden. Das letzte Mal, dass ich eine CD verwende

  • Vapyre_2010

    Super geschrieben! Unterstreiche jeden Punkt. Meinen mini hol ich mir Montag.

  • http://pattafeufeu.de PattaFeuFeu

    Hey,

    grundsätzlich teile ich deine Ansicht und finde auch, dass die CD so langsam an ihr Ende kommt – und der Mac Mini sieht ohne den alten Slot so unglaublich sexy aus!
    Allerdings finde ich es, wie Apple es so oft praktiziert, ziemlich arrogant, das CD-Laufwerk so rigoros einfach zu entfernen. Für einen totalen Neueinsteiger, der seinen ersten Computer kauft und auch nicht sonderlich alt ist – und somit eigentlich auch kein Geld für so einen Mac mini hat, da ich hier von U15-Leuten spreche –, mag das okay sein. Aber ich denke nur mal an die Leute, die den Mac mini als Wohnzimmer-Computer benutzten, um DVDs abzuspielen.
    Nur, weil Apple sich plötzlich entscheidet, kein Laufwerk mehr in den Mac mini zu bauen, heißt das noch lange nicht, dass plötzlich alle potenziellen Käufer all ihre gelagerten CDs und DVDs wegwerfen – denn paradoxerweise gibt es so einige, die sich eine CD nicht deshalb kaufen, weil sie besser klingt, sondern damit sie etwas in der Hand haben. Und für diese Menschen, die jahrelang immer CDs kauften und sie möglicherweise auf ihrem Computer – in diesem Fall hypothetisch dem Mac mini – abspielten, ist das ein ziemlicher Tritt in die Nüsse. Klar, sie könnten jetzt alles importieren, aber irgendwie fand ich es schon immer ziemlich cool, so ein optisches Medium irgendwie einzulegen und zu wissen, dass sich die CD jetzt in dem Laufwerk dreht und davon Daten gelesen werden.
    Außerdem sind die Provider noch nicht so weit, flächendeckend Internet zu bieten, das schnell genug ist, um den Weg weg von der CD und hin zum Onlinevertrieb zu ebnen. Für diejenigen mit VDSL oder gar einem Kabelanschluss von mehr als 50 Mbit pro Sekunde mag das okay sein, ein Betriebssystemupgrade á la Mac OS Lion von fast 4GB herunterzuladen, aber es gibt noch immer so einige, die sich mit weniger als DSL 3000 oder sogar nur DSL light (384 kBit/s) abgeben müssen.
    Für diese Leute finde ich den Schritt etwas schade…

  • http://oderwat.de/ OderWat

    Meiner Meinung nach ist es wichtig zu erwähnen, dass Apple gleichzeitig den “Kauf” der Waren “permanent” macht. Sprich: Die Daten, welche ich nach dem Kauf auf den Computer laden muss, werden mir “permanent” (als Download oder Stream) zur Verfügung gestellt! Ohne, dass ich dafür erneut zahlen muss (Internet Flat vorausgesetzt). So muss ich mich nicht einmal mehr um eine Sicherung der Daten kümmern.

    Positiv könnte man dazu auch den Umweltschutz bemühen! Dazu muss ich nur überlegen, wie viele alte CDs ich bei meinem letzten Umzug entsorgt habe. Dazu gehören auch gekaufte Musik-CDs, die ich als ALAC mittlerweile auf “online” Medien vorliegen habe und nicht mehr benötige! Steven Wilson würde mich killen :)

  • http://oderwat.de/ OderWat

    @PattaFeuFeu Du hast recht… doch ist damit der Mac Mini damit einfach für diese Personengruppe keine Option mehr. Damit muss/wird Apple (im Übergang) leben müssen. Trotz allem ist für mich eine DVD oder CD mittlerweile ein Ärgernis! Ich HASSE es diese Dinger zu nutzen… Mein erster MP3 Player hatte 128 MB und kostete >100 Euro … und ich war dankbar! :)

  • http://janwillhaus.de Jan Willhaus

    @PattaFeuFeu

    Nunja, Produktdesign hat nichts mit Arroganz zu tun, auch wenn das etwas ist, was man oft mit Apple in Verbindung bringt. Es ist nichts arrogant daran, ein Feature wegzulassen. Es ist höchstens ein Fehlgriff, wenn die Menschen doch noch darauf angewiesen sind und somit das Produkt nicht kaufen. Aber dazu wird man ja auch nicht gezwungen.
    Diese Sache mit dem Anfassen ist ein sehr valider Punkt und für mich vielleicht das einzige Manko an dem fehlenden Laufwerk. Ich kann nun nicht mehr „Begreifen“ was ich tue, sondern muss mir vorstellen, dass sich die Daten gerade irgendwo befinden, „in der Cloud“ oder eben auf einem kleinen Flash-Speicher. Nichtsdestotrotz ist diese Greifbarkeit ja nur eine Stütze in unseren Köpfen, um dieses sehr hypothetische Konstrukt aus Nullen und Einsen besser anfassen zu können. Von so etwas sollte man sich nicht abhalten lassen, ausgediente Technologien abzustoßen. Man gewöhnt sich an alles! ;-)
    Sicher, der DSL-Ausbau ist noch längst nicht soweit, dass man flächendeckend von wirklich hoher Geschwindigkeit sprechen kann. Aber genau das sprach ich auch an – Einen Download von 4GB mache ich wohlmöglich nur ein einziges Mal, da ist es schon okay, ein paar Stunden darauf zu warten. Es lohnt sich ja.

    @OderWat

    Richtig, das habe ich noch gar nicht bedacht, das „automatische Backup“ ist sehr praktisch und auch die Umweltkomponente ist nicht zu verachten. Auch bei mir sind in all den Jahren zig hunderte CDs in den Müll gewandert. Das ist unschön. Nur von Audio-CDs würde ich mich niemals trennen. :)

  • Vampyre_2010

    @Jan Willhaus: Aber auch bei “Fehlgriffen” ist Apple ja lernfähig, wie Sie mit dem iPod-Nano bewiesen haben. Der Kunde mochte Hardwaretasten doch lieber und Apple hat reagiert!

  • http://macsnider.de MacSnider

    Hi,
    ich bin von Natur aus Faul und da ist es natürlich toll sich Sachen schnell im iTunes Store oder andere Dinge schnell via PayPal zukaufen und es ist da ohne aus dem Haus gehen zu müssen.
    Allerdings gibt es im Handel dann manchmal so schöne Sachen wie Booklet, Poster & Co. die man online nicht bekommt oder erst später.

    ich finds auch gut das Apple diesen Weg einschlägt, den durch wegfallende Laufwerke ist mehr Platz für andere Dinge, bzw. sind dadurch Geräte wie das MacBook Air baubar.
    Ich weiß nicht wie es in den anderen Ländern mit der Internetgeschwindigkeit und Verfügbarkeit aussieht, aber Deutschland selbst muss sich da noch um einiges verbessern. Wenn dann noch in ein paar Jahren die Preise für SSD’s sinken (und dadurch wohl auch nochmal die Preise von sonstigen Festplatten) werden wohl mehr Leute der CD/DVD den Rücken zuwenden.
    Vorher sollten dann noch Hersteller wie Samsung zu einem Laptop wie dem “Samsung 900X3″ zur Wiederherstellung einen USB-Stick mitliefern statt einer DVD ;)

    Dem PattaFeuFeu kann mich aber auch anschließen, Leute mit langsamer Internetleitung sind am Arsch. Ich selber habe hier zuhause auch nur eine 2.000er, wenns hoch kommt eine 3.000er Leitung und das obwohl ich fast schon in Berlin wohne >.> da sind Sachen wie iCloud & Co nicht ganz so toll wie es sich anhört. Aber für größere Sachen gibt es für mich immerhin noch die c-base :)

  • insanelygreat

    Was die Musik angeht stellt sich die Frage, warum es praktisch keine verlustfreie Musik als Download zu kaufen gibt. Die Leitungen würden es hergeben. Ich denke es ist eine Kombination aus der Unwilligkeit der Musikindustrie und der “sofort da” Experience, die dann evtl. nicht mehr so da wäre.
    Ich selbst kaufe und höre gerne CDs. Einerseits weil die Hürde nicht so leicht durch die ganze Musiksammlung springen zu können bringt mich dazu auch mal wieder ein ganzes Album am Stück zu hören, andererseits weil auf CD oftmals bessere Aufnahmen verfügbar sind. Die Aufnahmequalität (Stichwort Loudness War) macht meiner Meinung nach mehr aus als der Unterschied zwischen CD und MP3.

    Bei den Filmen finde ich das Angebot von Apple nicht berauschend und bei älteren Filmen bekommt man zum Preis der Leihgebühr oft schon die DVD. Beim Filmverleih im Netz wäre noch viel mehr drin. Filme zu kaufen meiner Meinung nach wegen des DRM sinnlos.

    Als Backupmedium ist die CD zwar nicht unendlich haltbar, bietet im Vergleich zum USB-Stick aber den Schutz gegen Schusseligkeit weil man sie nicht ohne Weiteres versehentlich löschen kann. Zudem sterben CDs langsam und es ist zumindest der Großteil noch lesbar. USB Sticks sterben dagegen, wie ich leider schon feststellen musste, plötzlich und vollständig. Auf Grund der heutigen Datenmengen sind optische Datenträger aber ohnehin obsolet.

  • http://janwillhaus.de Jan Willhaus

    Das ist ein wichtiger Punkt; wäre Musik bei z.B. iTunes in verlustfreiem Format verfügbar, würde ich vermutlich noch häufiger dort zugreifen, anstatt die CD zu kaufen. Es ist schwach, dass man zwar den Schritt hin zu 256kBit/s geschafft hat, aber das nicht gleich komplett ungedeckelt macht und die Tracks in ALAC anbietet.

    Nichtsdestotrotz ist das Angebot von Apple da und kann sicher ohne weiteres mit z.B. Videotheken mithalten. „Mehr drin“ ist auf jeden Fall – mir fehlt z.B. Netflix am deutschen Markt. Aber das werden wir so bald nicht sehen.

    Ich würde ohnehin niemals einen USB-Stick als Backup-Medium verwenden – schon allein der Größe wegen nicht. Eine Komplettsicherung meines Rechners ist 250GB groß, das gehört dann schon auf eine andere Festplatte.

  • http://oderwat.de/ OderWat

    Deshalb hab ich mich so über den Porcupine Tree Shop (http://www.burningshed.com/store/porcupinetree/) gefreut, weil es da FLAC zum coolen Preis gab!

    Die 256kBit/s sehe ich irgendwie noch als Übergang: So wie man die heute in iTunes zu ALAC wandeln kann (unsinnig hoch 3), denke ich, wird man es in der Zukunft auf Wunsch vom Server bekommen können!

  • Curry

    Gut geschrieben. Sehe ich ähnlich. Dennoch hätte ich das Betriebssystem schon gerne auf einer CD oder DVD. Der Mini wird nämlich ohne DVD ausgeliefert. Wie mache ich aber ohne Betriebsystem auf DVD eine Neuinstallation? Oder ich möchte beispielsweise eine SSD in meinen Mac Mini einbauen auf dem dann auch das OS X installiert werden soll. Wie soll es funktionieren, wenn man nicht in dem Besitz von Snow Leopard ist und nur das “Recht” hat ein Update auf Lion zu laden?

  • http://www.nlp-flow.de Florian

    Also ich denke, das was Apple macht, ist genau richtig! Die machen den Anfang und alle anderen ziehen nach! Früher hatte man auch massenhaft Kassetten… bis dann CD-Player auf den Markt kamen und CD´s… irgendwann wurde auch an den Musikanlagen das Kassettendeck weg gelassen, und es hat sich auch irgendwann jeder daran gewöhnt ;)

  • Pingback: MacBook Pro 13″ oder MacBook Air 13″? | Lucas Scheel

  • http://www.fertiggarage.org/ Max

    Aus meiner Sicht hinkt der Vergleich von Florian, da werden Äpfel mit Birnen verglichen. Denn das Kassettendeck wurde gegen einen deutlich hochwertigeren, physikalischen Ersatz ausgetauscht. Die Downloads von Musik sind zum Heulen. Zu guter Musik gehört auch das Artwork außenrum, Hülle, Booklet und Co. Wenn man Rihanna hört, ist die Qualität eigentlich egal ab 128 kbit/s, aber wenn man etwas anspruchsvollere Musik hört, wird es grausam mit Downloads. Außerdem kann ich meine CD-Sammlung auch genießen, wenn ich gerade keinen Laptop oder iPhone laufen habe und vor allem, wenn ich nicht ans Internet angeschlossen bin (iCloud, um Gottes Willen…)

  • http://janwillhaus.de Jan Willhaus

    Grundsätzlich hast du Recht, Max. Musikdownloads sind in puncto Qualität rein rational zur Zeit noch ein Rückschritt gegenüber der CD. Doch sein wir mal ehrlich: Wer kann schon den Unterschied zwischen einer 256kBit/s AAC (der Qualität der iTunes Store Downloads) und einer unkomprimierten CD-Audio-Datei hören? Für Enthusiasten wird es ohne Frage weiterhin keinen Kompromiss geben – das Kaufen der CD bleibt Pflicht. Auch, um in den Genuss des Artworks zu kommen. Doch für den Gelegenheitshörer reichen auch die Downloads des iTunes Store.

    Dass ich meine CD-Sammlung auch ohne Laptop oder iPhone genießen kann ist jedoch kein Argument. Es ist 100x wahrscheinlicher, dass ich mein iPhone bei mir trage, als dass ich einen CD-Player dabei habe. Meine Für mich sind CDs somit deutlich ortsgebundener (nämlich auf mein Wohnzimmer oder vielleicht noch das Autoradio beschränkt). Und mit der iCloud hat das auch wenig zu tun.

  • DieDora

    hmpf…als Mutter von 3 Kindern(2 im Twen und Teeniealter) empfinde ich diese Entwicklung eher mit sehr gemischten Gefühlen.
    Klar, als Technickjunkie nutze ich schon ewig meinen (gemieteten) Webspace um über FTP Daten zu sichern und den weltweiten Austausch zu ermöglichen.
    Und seit die Freunde nach dem Studium in alle Welt(das meine ich durchaus wörtlich, Alaska,Hongkong oder Niederbayern^^) entschwunden sind, war mir Facebook natürlich eine willkommene Plattform für schnelle Kommunikation.
    Und ich sehe auch nur noch IP-TV…zu schön sind die Funktionalitäten…(Pause, Vor und Zurückspielen…)
    Und ich liebe mein Ebook(schon wegen der peinlichen Cover der von mir so sehr favorisierten Kitschromane^^) aber wenn nach 10std Zugfahrt der Akku nach Nahrung schreit…naja…Ebook und ich üben noch…ca 100Bücher hatten wir nu schon gemeinsam…vielleicht wird es noch besser..nur das Badewannenproblem…ich trau mich einfach nicht es mitzunehmen in die Wanne..so ein Paperback kriegt ja nur Wellen vom Nasswerden^^

    aber diese Muckesache!!!
    Nö.
    CD(ich bin ja noch Vinylfraktion) fand ich schon naja…
    fehlende Haptik…Optik…und diese Empfindlichkeiten…ein Platte konnte auch mit Kratzern (LENKO_System)und Wellen(Bügeleisen,Seide einstellen und Tuch drauf) noch abgespielt werden.
    Und dann die O² Sache…ich hab alte CD’s..die nu am Rand Luft ziehen?!! Was ne …naja…

    Und das zieht sich ja…wenn so ne HDD mal runterfällt(auf der sich womöglich alle Shostakovich Synphonien befunden haben) oder mir ein wundervoller Mitschnitt eines Noiseart-Konzertes aus Berlin durch einen Systemcrash vom Rechner gehüpft ist.
    Oderoderoder…
    Dickes Minus.
    Dasselbe mit Filmen.
    Aber am aller²²²schlimsten ist die *wir hören Musik-oder was wir davon übrig lassen via Kompression-über den Lautsprecher unseres Handy*…I-Tunes sei Dank.
    Hat alles unter 40 Lebensjahren denn keine Ohren mehr???
    So stelle ich mir den Klang durch die Hörgeräte meiner Oma vor.
    Bei mir führt das zu massiver Stillesucht.Und ich höre Musik fast nur noch, wenn ich sie selber mache oder machenden direkt dabei zusehe oder höre.

  • http://janwillhaus.de Jan Willhaus

    Die Geschichte mit der herunterfallenden Festplatte kann ich nur zum Teil nachvollziehen, Dora! Für mich ist es nämlich seit Jahren selbstverständlich ein Backup meiner Daten zu haben. Dazu gehören Dokumente, Bilder und hauptsächlich natürlich meine Musiksammlung. Wenn es ein Backup gibt, sind die Daten auf einer Festplatte wahrscheinlich noch sicherer als auf gutem alten Vinyl. Das kann nämlich ebenso zerbrechen oder ähnliches. Ich kenne mich in dem Bereich nicht aus, aber ich weiß, dass ein Backup auf meinem kleinen Netzwerkserver mich vor allen Unannehmlichkeiten eines Festplatten-Crash schützt.

    Was die Generation Handy-Jukebox angeht bin ich deiner Meinung, das ist eine Vergewaltigung, wenn man ein gewisses Mindestmaß an musikalischer Qualität voraussetzt. Doch die Popmusik der heutigen wird auch auf Bowers&Wilkins nicht besser. Dann kann man es auch durch den kleinen Tweeter des Handy drücken und als Audiophiler nur den Kopf schütteln.

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  • http://www.3d-handy.org/ Hubi

    Ich glaube nicht, dass das optische Laufwerk wirklich benötigt wird. Die meiste Software installiert man inzwischen ja über das Internet. Und auf einem MacBook Mini wollte ich ja keine DVD schauen! Dann doch bitte ein gescheiter Bildschirm (ich meine die Größe).

    Für alle anderen Zwecke kann man ein optisches Laufwerk anschließen, was auf Dauer eigentlich bequemer ist, zumal optische Laufwerke sehr häufig das erste sind, was bei einem Computer nciht mehr funktioniert, weil sie sehr viel Staub abbekommen.

  • http://www.ssd-festplatte.org/ Hannah

    Auch ich habe ein Notebook ohne optisches Laufwerk und habe imr einfach ein externes angeschafft. Das reicht vollkommen aus. Inzwischen läd man sich eh alles (z.B. Treiber) aus dem Netz, da weiß man auch, dass man aktuell ist.

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