Denkansatz zu Google Music mit FLAC aber ohne ALAC

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Heute hat Google seinen Musikdienst Google Music aus der closed-beta-Phase entlassen. Google Music ist eine feine Sache und ermöglicht den Upload der eigenen Musiksammlung »in die Cloud«. Von dort kann man sie dann überall anhören, herunterladen und auch auf mobile Geräte streamen. Dabei unterstützt Google Music eine Hand voll Audiocodecs für den Upload der Musik. Mit dabei sind AAC, OGG, WMA und der Lossless-Codec FLAC, die allesamt zu MP3 transcodiert werden, bevor sie zu Goole Music hochgeladen werden. Die Datenbank bei Google soll also grundsätzlich auf dem MP3-Codec aufsetzen. Das automatische Transcodieren ist dabei sehr hilfreich. Lediglich der Erhalt der Qualität ist dabei bedenklich, da es sich bei den meisten Formaten um ohnehin schon verlustbehaftete Kompressoren handelt und ein erneutes Recodieren den Qualitätsverlust noch verstärkt. Ideal sind also MP3s (die ja nicht recodiert werden) oder verlustfrei komprimierte FLACs. Was hingegen nicht an Bord ist: Apples Lossless-Codec ALAC und da frage ich mich doch warum …

Traurig ist: Google Music ist zwar fähig FLAC-Files vor dem Upload zu konvertieren und sie so kompatibel zu machen, schafft das Gleiche jedoch nicht mit ALAC-Dateien. Und das obwohl Apples Lossless Audio Codec seit kurzem auch als Open Source Software verfügbar ist.

Das ist besonders schade, da ALAC grundsätzlich ein größeren Marktanteil hat, als FLAC: Apple hält in der Sparte MP3-Player mit 300 Millionen verkauften iPods einen Marktanteil von 78%. Jedes dieser Geräte unterstützt ALAC. Selbst wenn man davon ausgeht, dass _alle_ anderen MP3-Player am Markt FLAC abspielen können (was reell nicht der Fall ist), ergäbe das bei 22% restlichem Marktanteil also etwa 85 Millionen Geräte.

Seit Version 3.1 unterstützt Googles Android auch nativ FLAC-Files. Man kann also grob noch 200 Millionen Android-Devices aufaddieren. Jedoch unterstützen Apples iPhone und iPad jeweils auch ALAC. Da momentan etwa 100 Millionen iPhones und allein im ersten Jahr 15 Millionen iPads verkauft wurden, stehen im mobilen Bereich den 285 Millionen FLAC-Abspielern mehr als 415 Millionen ALAC-unterstützende Geräte gegenüber.

Geht man also rein hypothetisch davon aus, durch dieses Verhältnis die Wahrscheinlichkeit größer ist, dass die Menschen ALAC- statt FLAC-Files besitzen, lässt Google Music sich durch die fehlende Unterstützung so manchen Kunden entgehen. Kann man ja mal drüber nachdenken.

Kategorien: Gedanken, Musik
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  • Fettlaus

    Rechne mal so: ALAC ist ca seit 2 1/2 Wochen Open Sorce, FLAC seit 10 Jahren. Google hat ja kaum Zeit gehabt, den Codec überhaupt einzubauen. (Von einer Verbreitung der Codecs außerhalb der Apple-Welt mal ganz abgesehen)

  • Heiko

    Aber Fakt ist nunmal auch, dass die Apple-Welt verdammt groß ist. Aber der Ansatz ist trotzdem sehr gut von Google, Hut ab!

  • http://www.schuhe-online-shop.com/ Max

    Google wird sicherlich schnell merken, ob ALAC wirklich notwendig ist, oder ob nicht die große Mehrheit ohnehin zufrieden ist mit dem vorhandenen Angebot. Nachrüsten sollte technisch kein Problem sein, höchstens zeitlich.

    Meint ihr, Google hat bei den Apple-Nutzer überhaupt eine realistische Chance gegen das neue iTunes Match?

  • http://janwillhaus.de Jan Willhaus

    Ich glaube, dass iTunes Match der bessere Dienst ist. Nicht, weil ich prinzipiell eher Apple als Google befürworte, das muss nämlich nicht so sein (beim Mail-Dienst gebe ich z.B. Google den Vorrang, Apples  me.com-Adressen sind arg buggy!). Aber iTunes Match nutzt einfach den schon existierenden riesigen Datenbestand des iTunes Stores und spart dem Nutzer so unzählige Stunden des Uploads seiner Songs. Ich habe Google Music über eine Woche lang im Hintergrund betrieben und hochgeladen wurden in dem Zeitraum lediglich etwa 700 Songs. iTunes Match hatte innerhalb von zwei Stunden meine kompletten ~7.000 Songs “in der Cloud”. Die Integration die Musik-App der iDevices ist außerdem makellos. Besser kann man es eigentlich nicht machen.

    Apple 1, Google 0

  • Pingback: iTunes Match – Ein erster Bericht | Janwillhaus.de

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