Die Tour de Leipzig und Plauen

Besonders meine Follower auf Twitter werden es während der letzten drei Tage mitbekommen haben: Ich habe eine größere Reise allein und mit dem Auto bestritten und währenddessen sehr fleißig immer wieder Statusnachrichten getwittert. Meine “Tour de Leipzig” und Tour de Plauen” lassen schon erahnen, in welche Städte die Reise ging. In Leipzig besuchte ich neben dem vierten Twitgrillen hauptsächlich Sunny und in Plauen Kevin – beide Male in der Erstauflage, die ersten Treffen im “Reallife”.

Um die beiden zu sehen nahm ich die längste Autofahrt auf mich, die ich je hatte. Aus Schortens ging es etwa 460 Kilometer nach Leipzig und von dort aus noch mal ca. 160 Kilometer weiter nach Plauen. Inklusive einer kleinen und sehr aufregenden Fahrt im Zentrum der Großstadt Leipzig legte ich am Ende genau 1294,3 Kilometer zurück, bis ich wieder zu Hause einlief. Dies geschah auch reichlich spät, dazu später mehr.

Als ich am Freitag gegen 10:00 Uhr startete, sah alles nach einer sehr ruhigen und entspannten Hinfahrt aus, das Wetter war gut (fast noch etwas zu warm) und die Autobahn war nicht allzu überfüllt. Somit kam ich dann über A28, A1 und A27 bestens voran. Erst bei der Zusammenführung von A27 und A1 würde ich das erste Mal ausgebremst, hier staute sich der Verkehr minimal.

Nach dieser Kleinigkeit konnte ich im Grunde bis etwa 65 Kilometer vor Leipzig ohne Probleme durch fahren. Dort gab es dann einen richtigen Stau, den ich für eine sehr teure Tankpause nutzte. Leider hätte ich es ohne Nachtanken nicht ganz bis nach Leipzig geschafft, was ich ursprünglich gehofft hatte. Da kann ich natürlich nicht sicher sein, denn ich wollte auch mit eigentlich noch vielversprechendem Tankanzeiger nichts riskieren.

Mit etwa 1 ³⁄₄ Stunden Verspätung kam ich dann bei meiner Liebsten an und prompt zogen wir weiter gen Twitgrillen. Der Abend dort war nett und ich lernte einige neue Twitterer kennen und konnte einige Eindrücke über Leipzig sammeln.


Da wir zunächst versuchten mit dem Auto durch die Stadt zum Rosenthal zu kommen, wo das Twitgrillen stattfinden sollte, konnte ich auch gleich unter Beweis stellen, wie gut ich mich in einer Großstadt zurechtfinde – nämlich gar nicht. Eine äußerst verwirrende Verkehrsführung und die Straßenbahnen dort führten letztlich dazu, dass wir einige Kilometer vom Rosenthal entfernt am Bahnhof parkten und den Rest des Weges zu Fuß zurücklegten um dann als Letzte beim Twitgrillen aufzuschlagen.

Nach einer ungemütlichen aber dennoch tollen Nacht bei Sunny, plante ich dann meine Weiterfahrt nach Plauen zu Kevin. Es war mittlerweile noch wärmer als schon am Vortag und somit wurde die Autofahrt eine verschwitzte aber dennoch sehr anschauliche. Schon auf dem Weg nach Leipzig fühlte ich mich nach dem überqueren der ehemaligen innerdeutschen Grenze als wäre ich in einem anderen Land. Das mein ich überhaupt nicht negativ – ganz im Gegenteil! Eine tolle Landschaft gibt es dort und die Ortschaften haben einen ganz anderen Charmé als in Norddeutschland. Auf den 160 Kilometern nach Plauen viel mir besonders das bergige Umland auf, was das Autofahren doch zur wahren Freude werden ließ.

Die letzten 40 Kilometer legte ich dann auf der Landstraße zurück, da Plauen nicht direkt an der Autobahn liegt. Auch hier zeigte sich Sachsen wieder von seiner schönsten Seite und es machte großen Spaß über die Hügel zu pesen, auch wenn mein kleiner Fiesta die Steigungen nur mit langsamerer Geschwindigkeit nehmen konnte – die nur 50PS machen sich eben doch irgendwo bemerkbar!

Auch insgesamt machte der Ford Fiesta von Bj. 2000 eine extrem gute Figur während der fast 1300 Kilometer. Er lief komplett durch und es traten keinerlei Probleme auf. Außerdem legte ich bei der Fahrt auch den 100.000. Kilometer mit ihm zurück, ein ganz besonderer Moment.

Nach einem ebenfalls tollen Abend bei Kevin, mit Pizza, iPad und Bier aus der Heimat (Er hat Jever für mich besorgt) machte ich mich am Sonntag gegen 14:30 auf für die Rückreise. Geplant war wieder ein kleiner Stopp in Leipzig, da ich dort bei Sunny noch etwas liegen ließ – vielleicht ja sogar aus Absicht..? Doch dort kam ich auch erst wesentlich später als erwartet an, denn auf der A9 Richtung Norden kam es vor Leipzig zu einem 12 Kilometer langen Stau in den ich mich einreihte. Dank Twitter erhielt ich sofort Informationen über die Länge des Staus und seine Ursache, was mir wieder mal die Dynamik und Hilfsbereitschaft des Sozialen Netzwerks demonstrierte. An dieser Stelle möchte ich auch noch allen Tippgebern danken.

Leipzig erreichte ich dank des Staus erst gut 1¹⁄₂ Stunden später als erwartet, freute mich aber sehr meine Liebste noch mal sehen zu können. Doch als wenn 12 Kilometer Stau noch nicht genug waren, erwischte ich vor Halle (Saale) einen weiteren. Der hatte laut Twitter-Tippgebern eine Länge von nur 2 Kilometern, nahm aber ähnlich viel Zeit in Anspruch wie schon der 6mal längere. Dazu kam noch eine furchtbare Hitze und da ich keine Klimaanlage und mittlerweile auch kein Wasser mehr an Bord hatte musste ich mich nach dem Stau erstmal großzügig eindecken – zu horrenden Raststättenpreisen von 3€ pro 1,5l-Flasche.

Nach dem Stau kam ich erstaunlich gut voran, jedoch war es bereits spät geworden und da für die Nacht Regen angekündigt war, erschwerte dieser mir alsbald die Fahrt. Mit reduziertem Tempo ging es also weiter – die Route der Hinfahrt von der anderen Seite kennenlernen.

Großen Spaß bereiteten mir auch die dreispurigen Autobahnen, die es auch mir ermöglichten die, nur unwesentlich langsameren LKW auf der linken Spur, zeitig zu überholen.

Für die Rückfahrt hatte ich – im Gegenteil zur Hinfahrt – nur einen statt drei Zwischenstops eingeplant, das erwies sich im Nachhinein als weise Entscheidung, da ich sonst wohl noch später zu Hause gewesen wäre. Beim McCafé in Peine machte ich somit sowohl auf der Hin- als auch auf der Rückfahrt rast und gönnte mir gegen 21:30 Uhr ein warmes Essen.

Danach stand das größte Stück zusammenhängender Fahrt an: 230Km ohne Pause, bis nach Hause. Auch dies war letztlich kein Problem und mein Herz schlug höher als ich endlich wieder naheliegende Städte wie Bremen, Oldenburg und zuletzt dann natürlich Wilhelmshaven und meine Heimat Schortens auf den Ausschilderungen lesen konnte. Um 0:06Uhr fuhr ich dann auf unsere Auffahrt und meine Reise war beendet.

Auf wenn die Fahrt finanziell aufwendig war und auch einige Kraft in Anspruch nahm, hat sie sich auf jeden Fall gelohnt, um zwei der für mich wichtigsten Menschen zu treffen. Interessant und geradezu erwärmend war auch das tolle Feedback dass ich von meinen Followern auf Twitter erhielt. Da ich über die drei Tage hinweg immer wieder live von der Autobahn Bilder twitterte, konnten sie in Echtzeit mitverfolgen wo ich mich gerade befand und ich wurde mit reichlich Mentions bedacht, wofür ich mich noch mal ausserordentlich bedanken möchte – das hat mir die Fahrt wesentlich kürzer erscheinen lassen als sie war! Außerdem brachte mir die Reise viel Erfahrung für’s länger Autofahren, was mir großen Spaß bereitete – vielleicht bin ich der geborene Kraftfahrer..? :-P

Mein besonderer Dank gilt Sunny und Kevin, die mich so herzlich aufgenommen und ertragen haben – ihre Gastfreundschaft war wundervoll und ich würde jederzeit gerne wieder dort einkehren wollen. Danke!

  • Daniel

    Hört sich ja ganz cool an. Also ich bin letztens mit meinem Fiesta (Baujahr 1984) mal 100km nach Niederbayern gefahren. Also mit Bergen hatte ich da gar keine Probleme.
    Aber vielleicht ist das so als Flachlandbewohner ein bisschen schwieriger. ;-)
    So eine Reise müsste ich auch mal machen. Ist sicher ganz witzig. Aber alleine wäre es mir dann doch zu langweilig.

  • http://janwillhaus.de Jan Willhaus

    Das lag sicher auch an meinem extremen Spritspar-Fetisch, da ist der 5. Gang schon ab 50Km/h Pflicht und das konnte ich natürlich die Hügel rauf nicht durchhalten! ;)

    Ich finde so eine Reise ist eine tolle Erfahrung als Autofahrer, sich einfach mal der Straße hingeben und so. Und alleine war ich zum Glück nie – Twitter sei dank! :)

  • Jens

    Interessanter Bericht! Zufällig war meine erste längere Autofahrt auch eine Reise nach Leipzig, Anfang der 90′er. Da gab es weder Handys, Navigationssysteme, geschweige denn Internet. In der Stadt angekommen war ich dann doch überfordert, die Zieladresse zu finden: also dem nächsten Taxifahrer 20 DM in die Hand gedrückt, mit der Bitte, er solle mich hinlotsen. Das klappte zwar, aber einem Taxi als Ortsfremder in einer Großstadt zu folgen ist ohne Übertreibung eine Herausforderung -:)

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