Fragt mich jemand nach den Vorteilen eines Mac gibt es da einige Punkte, die ich immer wieder und auch nach Jahren noch nenne, weil die Plattform für mich einfach eine Zahl von Funktionen mitbringt, die es auf anderen Plattformen – vor allem in einer ähnlich einfachen Umsetzung – so nicht gibt. Und nicht zuletzt fallen dabei die Wörter »Time Machine«, die systemeigene Wiederherstellungssoftware von OS X. Etwas beunruhigend ist jedoch, dass für viele der Backup-Plan nicht ganz so obligatorisch zu den unverzichtbaren »Pros« der Mac-Umgebung zu gehören scheint – jedenfalls so lange, bis sie es mal brauchen könnten.
Für mich ist das Time Machine Backup Pflicht. Die persönlichen Inhalte auf dem Computer sind nämlich ständig bedroht und das gilt sowohl für stationäre Macs als auch für mobile. Aus meiner »Geek-Zeit« weiß ich noch genau, wie schnell das Leben einer Festplatte unerwartet zu Ende gehen kann und wie zerstört man selbst dann vor dem Rechner sitzt und trotz tausend geekigen Ideen am Ende nur eins hilft: Alles neu aufsetzen und von Null beginnen. Was zurückbleibt ist dann das einschneidende Gefühl, grade Inhalte von hohem ideellen Wert verloren zu haben. Ob das nun unzählige Fotos oder Videos der letzten Jahre sind oder die mittlerweile mehrere Gigabyte umfassende Musiksammlung, die wohlmöglich nicht auf CD-Rips sondern auf z.B. iTunes Downloads basiert – Es tut weh. Wer einmal so etwas mitmacht ist danach geimpft und so bin ich es auch.
Als ich noch Windows-Nutzer war, gab es nur ein sehr manuelles Backup-System. Die Ordner der Bildersammlung und der iTunes-Mediathek waren manuell auf einer zweiten Festplatte gesichert. Das bedeutete einen immensen Aufwand, wenn sich der Inhalt der Ordner veränderte und somit blieb es oft bei höchstens monatlichen Sicherungskopien, was mich im Falle eines Festplatten-Crashs immerhin noch um einige Tage zurückwerfen würde.
Was mich seither in puncto Einfachheit tief beeindruckt hat, ist Apples Time Machine und mit meinem ersten aktuellen Mac im Februar 2010 war es für mich sonnenklar, auch ein Time Machine Backup einrichten zu wollen. Und somit war ich bereits ab dem ersten Tag per externer USB-Festplatte abgesichert. Einen tollen Vergleich zur Handhabung von Backups fand ich damals im Macuser.de-Forum, eigentlich in einem anderen Zusammenhang, aber »das Szenario« setzte sich in meinem Kopf fest:
Das Szenario:
Mein Vater bekommt von mir gesagt: “Hey Papa, mach mal ein Backup deiner Fotos, weil der Computer kann plötzlich kaputt sein und dann ist alles weg”. Resultat: Papa hat Panik und sucht sich eine Backup-Lösung. Das Beispiel geht also von einem eher unbedarften User aus, dem aber etwas Computerkompetenz zuzutrauen ist.
Das verläuft fiktiv in etwa so:Windows:
Papa geht in Fachgeschäft, lässt sich irgendeine Backup-Software aufschwatzen, installiert diese und ist mit der Konfiguration überfordert. Er lässt also alles in den Standardeinstellungen und begeht dabei den Fehler, dass er das Backup auf die Systempartition sichert.
Linux:
Papa hat nicht die geringste Ahnung, wo und in welcher Richtung er suchen muss. Mittels Google kommt er bestenfalls auf Schlagworte wie “Bash-Script”, “cp – R” und “rsync”, weiß aber nicht viel damit anzufangen. Das Ergebnis: Entweder er gibt frustriert auf oder findet jemanden, der sich damit auskennt, mit anderen Worten: die Sache bleibt leider an mir hängen!
Mac OSX:
Papa geht in einen Apple Store, Gravis etc. und lässt sich dort eine externe Festplatte aufschwatzen. Er geht heim, stöpselt die Festplatte dran und schaltet auf Anraten des Store-Mitarbeiters die Time Machine ein.
Da ist OS X definitiv die beste Lösung. Und wenn man “Experte” ist und sich das Konzept hinter Time Machine mal genauer anschaut, muss man sogar eingestehen, dass die ganze Sache technisch wirklich durchdacht und sauber gelöst ist – für den Privatanwender, der sich nicht wirklich damit beschäftigen will, würde ich sogar das Schlagwort “optimal” verwenden. Sogar wenn Papa gar keine Ahnung hat, wovon ich spreche, ist Time Machine die beste Lösung, denn sie bedeutet für mich, der als “Fachmann” herhalten kann, dass ich 3 Minuten an seinem Mac verbringe und dann in Ruhe mit Papa einen Kaffee trinken kann!
Dies zeigt für mich nicht nur ein weiteres Mal die Überlegenheit des Macs in Sachen Usability, sondern auch wie einfach man es mit einem Backup-Plan haben kann! Wer sich wirklich nicht mit der Sicherung des Macs beschäftigen will, geht einfach ins Fachgeschäft, kauft sich eine Festplatte, schließt diese an und OS X fragt direkt, ob diese als Time Machine Ziel verwendet werden soll. Die Sicherung findet dann immer völlig ohne Beaufsichtigung statt und man kann sich wieder den wirklich wichtigen Dingen widmen. Dabei ist es sogar egal, ob die Festplatte dauerhaft angeschlossen ist, was besonders für Nutzer eines MacBooks interessant ist. Es reicht einfach hin und wieder zu Hause mal die Platte anzuschließen und man kann ruhigen Gewissens das Laptop auch in »den rauen Alltag vor der Haustür« mitnehmen.
Bei solch überwältigender Einfachheit kann ich kaum nachvollziehen warum nicht einfach jeder Mac-User ein Time Machine Backup anlegt. Der einmalige finanzielle Aufwand von ~50€ für eine externe Festplatte bringt den totalen Seelenfrieden – egal wie man den Mac behandelt. Es erspart viel Stress und großen Kummer, wenn mal die Festplatt streikt und das System partout nicht mehr starten will. Dann gilt es nur noch eine neue interne Platte zu besorgen, einfach von der Recoverypartition (ab OS X Lion) oder von CD (OS X Snow Leopard und früher) zu starten und das System aus dem Backup wiederherzustellen.
Fertig. Kein Stress. Kein Kummer. Und vor allem kann das auch der Otto Normalbenutzer durchführen. Gut, die neue Festplatte lässt man sich dann lieber beim Apple Store oder dem Reseller des Vertrauens einbauen. Aber das Wiederherstellen kann dann getrost selbst bewältigt werden. Und danach ist alles wieder beim Alten.
Update #1
Stefan machte mich in den Kommentaren darauf aufmerksam, dass es durchaus vorkommt, dass der Nutzer seine externe Festplatte wohlmöglich auch zum Datenaustausch mit anderen Computern verwenden will. In diesem Fall ist es dann notwendig die Platte zu partitionieren und nur einen Teil des Speicherplatzes für das Backup zu verwenden. Grundsätzlich empfiehlt sich, den Speicherplatz für das Backup mindestens so zu wählen, wie auch die interne Festplatte des Macs groß ist. Dies ermöglicht auch bei großer Datenfülle noch ein vollständiges Backup.
Ist die externe Festplatte noch größer als die interne des Macs kann man selbstverständlich den übrigens Platz noch anderweitig nutzen. Eine Partitionierung der Backup-Platte nach den eigenen Vorstellungen sollte vor der ersten Time Machine Sicherung mit dem »Festplattendienstprogramm« durchgeführt werden.
